Ein Werk, geschaffen mit der Hand - so einfach scheint´s.
"Handwerk" - ein Begriff, zwei Worte. Da ist zunächst die Hand: ist sie nur ein bevorzugtes
Körperteil um zu greifen, oder doch vielmehr - ein Werkzeug, gar "das Werkzeug aller Werkzeuge"
nach Aristoteles, um zu greifen, zu begreifen, tätig einzugreifen, zu handeln, zu tun, zu geben, zu empfangen,
zu spüren? Ein Werkzeug nicht bloß, um etwas zu bewirken, sondern um allerhand zu bewerkstelligen?Und dann das Werk: Ist es lediglich etwas Hingestelltes oder doch vielmehr - etwas Bewirktes, zur Wirklichkeit
gebrachtes, gewirkt, geflochten, gewoben? In dem Wort klingt noch dieses Allererste, durch Eingriffe der Natur
Abgewonnene an: Den nackten Menschen schützen, Raum bilden, Grenzen setzen; immer schon auf eine
bestimmte Art und Weise formend. Hier beginnt aller Gestaltung.
Schon was in den beiden Worten Hand und Werk an Bedeutung mitschwingt, spannt einen weiten Horizont auf.
Und damit ist immer eingebunden, wer zugreift, das Ergriffene und der Zugriff, die Tat.
Handwerk - ganz einfach und doch ganz vielschichtig.
23.01.2011